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Schimmel auf Pflanzenerde

Das solltest du wissen

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Für Eilige – das Wichtigste auf einen Blick:

  • Erde in Töpfen und im Erdsack, mineralische Substrate und Tontöpfe können schimmeln.
  • Schimmelrasen sollten immer entfernt werden.
  • Nicht alle Schimmelpilz-Arten sind unbedenklich für Pflanzen und Menschen.
  • Grund für das Auftreten der Schimmelpilz-Kolonien ist zu viel Feuchtigkeit im Topf.
  • Das oberflächliche Abtragen verschimmelter Erde reicht in den meisten Fällen aus.
  • Ein komplettes Befreien der Wurzeln von der Erde ist nicht notwendig.
  • Es gibt einige gute Mittel, die zusätzlich auf die Erdoberfläche gesprüht werden können.

Was ist Schimmel?

Du hast ihn bestimmt schon mal gesehen: Ein weißer, grauer oder vielleicht sogar grünlicher Flaum auf der Blumenerde deiner Pflanzen. „Schimmel!“ denkst du sofort. Aber was genau ist das eigentlich? Zeit, die Geheimnisse des unerwünschten Mitbewohners zu lüften.

Zunächst einmal: Schimmelpilze sind keine einheitliche Gruppe von Pilzen und somit basiert der Begriff „Schimmel“ nicht auf einer wissenschaftlichen Klassifizierung. Das Wort beschreibt einfach nur sichtbares Pilzwachstum – also die sichtbare Kolonie eines asexuell wachsenden Hyphenpilzes. Hyphen sind feine Pilzfäden, die zusammen das sogenannte Myzel bilden. Aber keine Sorge, du musst dir all diese komplizierten Begriffe nicht unbedingt merken, um mit dem Schimmel umzugehen.

Diese Schimmel-Kolonien, die wir sehen können, bestehen aus Pilzmyzel und vor allem aus den Sporenketten. Die winzigen Sporen heißen Konidien und warten nur darauf, dass der nächste Windstoß oder eine Berührung sie auf eine Reise schickt. Die Sporen brechen dann aus ihrer Kette aus und verteilen sich in Windeseile. Voilà, der Schimmel hat sich vermehrt! Kaum sichtbar für uns sind die Pilzfäden (Hyphen), die sich in der Erde oder in dem Essen befinden. Deswegen reicht es z.B. bei verschimmeltem Brot nicht aus, die sichtbare Kolonie zu entfernen, denn die feinen Hyphen befinden sich innerhalb des Brots.

Schimmelpilze haben sich einen ziemlich cleveren Trick ausgedacht, um an ihre Nährstoffe zu kommen. Statt wie deine Zimmerpflanzen Photosynthese zu betreiben, schnappen sie sich Energie aus allem, was organisch ist – wie zersetzte Pflanzenreste oder eben die Blumenerde.

Wusstest du, dass …

… Pilze den Tieren näherstehen als den Pflanzen? Das liegt daran, dass Pilze verschiedene organische Stoffe „fressen“, während sich die Pflanzen vom Sonnenlicht ernähren.

Die Schimmelpilze haben daher eine sehr wichtige Aufgabe in unserem Ökosystem. Sie sind sozusagen die Recycling-Crew der Natur. Ohne Pilze würden sich alte Blätter und tote Pflanzenreste ewig auf unseren Böden stapeln. Und während der Schimmel auf unserer Blumenerde und unseren Lebensmitteln nicht willkommen ist, erfüllt er da draußen in der großen weiten Welt seine Aufgabe als Meister des Zerfalls. Klingt doch gar nicht so schlecht, oder?

Ist der Belag auf meiner Topferde wirklich Schimmel?

Was auf den ersten Blick oft aussieht wie Schimmel, muss nicht immer auch welcher sein. Manchmal ist nur ein bisschen Verwechslung im Spiel. So findest du heraus, ob es sich bei dem Belag wirklich um Schimmel handelt:

Schnapp dir einfach eine Gabel oder ein Messer und kratz leicht an dem weißlichen Belag auf deiner Erde. Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Der Belag ist hart, krümelig und weiß: Herzlichen Glückwunsch, du hast es mit harmlosen mineralischen Ablagerungen zu tun! Das ist wie Staub auf deinem Regal: Es sieht nicht schön aus, aber es schadet nicht wirklich. Wenn das Wasser an der Erdoberfläche verdunstet, bleiben die darin enthaltenen Mineralien auf der Erde zurück. Et voilà – so einfach entstehen die weißen Ablagerungen. Keine Sorge, alles ist in bester Ordnung.
  2. Der Belag ist weich und flaumig: Das ist Schimmel. Er kann verschiedene Farben haben. Aber bitte nicht in Panik verfallen, gleich erfährst du, wie einfach du ihn loswirst.

Schadet Schimmel meiner Pflanze?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Schimmelpilze können vorteilhaft, neutral oder schädigend für unsere Pflanzen-Buddys sein. Es kommt darauf an, um welche Art Schimmelpilz es sich handelt.

  • Die Guten: Es gibt Schimmelpilze, die ausschließlich totes organisches Material zersetzen und die somit ungefährlich sind für deine grünen Mitbewohner. Schimmelpilze, die oft in Blumenerden gefunden werden und die lebende Pflanzen nicht befallen, sind z.B. Aspergillus fumigatus, Simplicillium- und Trichoderma-Arten. Trichoderma spp. sind sogar vorteilhaft für unsere Pflanzen, weil sie diese vor schädlichen Pilzen schützen können.
  • Die Neutralen: Der bekannte Schimmelpilz Penicillium sp. wird zwar auch häufig in Erden gefunden, verursacht aber ebenfalls keine direkten Pflanzenschäden. Er führt hauptsächlich zum Verderb von Lebensmitteln.
  • Die Bösen: In Topferden kommen auch Schimmelpilze vor, die unsere Pflanzen befallen und schädigen können. Das sind z.B. Pilze der Gattungen Alternaria, Cladosporium und Fusarium.

Wie häufig kommen Schimmelpilze in Topferden vor?

Forschende haben im Rahmen einer Studie viele verschiedene handelsübliche Topferden und Komposte sowie Erden aus bereits eingetopften Pflanzen auf die darin enthaltenen Schimmelpilz-Arten überprüft. Und das Ergebnis war: Pilzalarm!

Wenn du also gedacht hast, dass Schimmelpilze in Erde selten vorkommen, müssen wir dich enttäuschen. In Topferden befinden sich so gut wie immer Schimmelpilze, meistens sogar mehrere Arten gleichzeitig.

Das fanden die Forschenden heraus:

  • Handelsübliche Topferden: Am häufigsten kamen „neutrale“ Schimmelpilze wie Penicillium spp. vor. Einige „gute“ Schimmelpilze wie Trichoderma sp. waren auch enthalten, aber leider gab es auch einige Bösewichte wie Fusarium sp. Zum Glück bildeten die schädigenden Schimmelpilze mengenmäßig das Schlusslicht.
  • Kompost: In den Kompost-Proben wurden überwiegend „neutrale“ Schimmelpilze gefunden. Überraschenderweise waren es in dieser Studie deutlich weniger als in den handelsüblichen Blumenerden. Das kann aber je nach der Kompostierungstechnik und der Stoffzusammensetzung des Komposts stark variieren.
  • Erde aus bereits getopften Pflanzen: Hier pilzt es so richtig! Der „neutrale“ Penicillium sp. war mal wieder stark vertreten, leider aber auch die „bösen“ Alternaria- und Cladosporium-Arten.

Generell kann man sagen, dass das Schimmelpilz-Spektrum von der Pflanzenart, dem Substrat, den Temperaturen und den Bewässerungsgewohnheiten beeinflusst wird.

Übrigens: An der Erdoberfläche von Topfpflanzen war die Schimmelpilz-Konzentration 14-mal höher als in tieferen Erdschichten! Das liegt u.a. daran, dass die Erdoberfläche durch die Umgebungsluft beeinflusst wird und sich die Sporen aus der Luft dort niederlassen und auskeimen können.

Entwarnung! Solange die Schimmelpilze nicht völlig überhandnehmen, ist deren Anwesenheit in unseren Blumentöpfen nicht so schlimm wie es klingt. Wenn die Bedingungen für die Pilze nicht optimal sind, dann werden sie in der Erde vor sich hinexistieren und dabei niemanden stören. Wenn deine Pflanze stark und gesund ist, dann weiß sie sich zu verteidigen und selbst die „bösen“ Schimmelpilze können nicht die Überhand gewinnen.

Wichtig! Das Einatmen der Sporen mancher Schimmelpilze stellt für immungeschwächte Personen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.

Was sind die Gründe, wenn auf der Topferde Schimmelrasen wachsen?

Wenn die Erdoberfläche von einem flauschigen Schimmelrasen übersät ist, ist das System aus dem Gleichgewicht geraten.

Der Grund hierfür ist, dass die Erde zu lange feucht geblieben ist. Das kann einerseits daran liegen, dass du zu viel gegossen hast, andererseits an einer zu fein strukturierten Erde, denn diese hat wenig Luftporen und hält die Feuchtigkeit sehr lange.

Muss ich meine Pflanze bei schimmelnder Erde komplett umtopfen?

Zunächst einmal: Wenn du auf der Erde deiner Zimmerpflanzen einen Schimmelrasen siehst, dann solltest du diesen grundsätzlich immer entfernen, egal um welche Art von Schimmelpilz es sich handelt. Dabei reicht es in den meisten Fällen aus, wenn du den Schimmel oberflächlich abträgst. Es ist nicht generell nötig, dass du die Pflanze komplett umtopfst und ihre Wurzeln von der Erde befreist. Ein Umtopfen empfehlen wir dir nur dann, wenn der Schimmel überhandgenommen hat, also die Erde stark überwachsen hat oder wenn die Qualität deiner Topferde sehr schlecht ist. Das erkennst du daran, dass sie sehr fein ist und das Wasser zu lange hält.

Wenn du trotzdem auch bei wenig Schimmel umtopfen möchtest, ist es wichtig, dass du weißt, dass du nicht die gesamte Erde von den Wurzeln befreien musst. Insbesondere wenn sich diese nicht so einfach von den Wurzeln lösen lässt, ist es besser, wenn du die Erdreste dranlässt. So verhinderst du, dass die feinen und wichtigen Wurzelhaare beschädigt werden. Mehr über Wurzelhaare und wie du die Wurzeln deiner Zimmerpflanze dazu bringen kannst, fleißig zu wachsen, erfährst du hier: „Das Wurzelwerk einer Pflanze“.

So klappt die Schimmelentfernung

Wenn du Schimmel auf der Erde deines grünen Mitbewohners entdeckt hast, empfehlen wir dir, diesen grob mit einem Löffel abzutragen. Es reicht aus, wenn du die obersten Zentimeter der Erde entfernst. Achte darauf, dass du dabei nicht die Wurzeln verletzt.

Da bei diesem Prozess die Sporen aus den Ketten gelöst werden und überall umherfliegen und sich ausbreiten, wäre es von Vorteil, wenn du das Ablöffeln im Freien machst. Nur wenn es draußen zu kalt ist, solltest du besser im Zimmer bleiben, damit dein Grünling nicht erfriert. Dann ist es wichtig, dass du deine Wohnung bzw. das Zimmer anschließend gut lüftest, um deine Raumluft von den Sporen zu befreien.

Nachdem du die oberste Schicht Erde entfernt hast, füllst du den Topf einfach wieder mit frischer, lockerer Erde auf. Gieße die Pflanze danach erst wieder, wenn die Erde vollständig abgetrocknet ist.

Schimmel bei mineralischen Substraten

Auch Seramis und andere mineralische Substrate können schimmeln! Die Ursachen sind – ebenso wie bei Erde – eine zu lange Feuchtigkeit im Topf. Du kannst hier fast genauso vorgehen wie bei der organischen Erde. Wir empfehlen dir bei schimmelnden mineralischen Substratoberflächen ebenfalls das oberflächliche Ablöffeln. Anders als bei Erde brauchst du das verschimmelte Substrat jedoch nicht zu entsorgen, sondern kannst es mit kochendem Wasser übergießen, abkühlen lassen und wieder in den Topf geben.

Wie kann ich Schimmel auf der Erde vorbeugen?

Die nachfolgenden Tipps kannst du sowohl präventiv umsetzen als auch nach erfolgter Schimmelrasen-Entfernung.

Vorbeugung – Tipp #1: Verwende hochwertige Erde

Achte darauf, dass du hochwertige Erde für deine Pflanzen-Buddys verwendest. Sie sollte gröber strukturiert sein, damit sie rasch abtrocknen kann. Ideal ist unser „Back to the roots-Substrat, denn es ist faserig und locker, wodurch es Schimmelpilzen wenig „Wohlfühlzonen“ bietet. Wenn du noch Erde zuhause hast, die du aufbrauchen möchtest, dann empfehlen wir dir, 20-30 % Perlite mit unterzumischen. Dadurch wird deine Erde aufgewertet, denn die Belüftung und Drainage verbessert sich durch Perlite deutlich. Das ist jedoch kein Ersatz für hochwertige Erde, denn wenn die Ausgangserde zu fein strukturiert ist, ist die Durchlüftung grundsätzlich zu gering.

Vorbeugung – Tipp #2: Lüfte regelmäßig

Schimmelsporen befinden sich immer in der Luft, das kann man nicht verhindern. Man kann jedoch dafür sorgen, dass es nicht zu viele werden. Regelmäßiges Stoßlüften hilft also dabei, die Sporen zu reduzieren.

Vorbeugung – Tipp #3: Entferne verschimmelte Essensreste umgehend

Weiter oben hast du bereits gelernt, dass sich Schimmelsporen zur Ausbreitung schon bei einem kleinsten Reiz aus ihren Sporenketten lösen, um sich woanders niederzulassen und dort ihr Unwesen zu treiben. Essen und Topferden werden teilweise von den gleichen Schimmelpilz-Arten befallen. Daher empfehlen wir dir, verschimmelte Essensreste möglichst schnell aus deiner Wohnung zu entfernen und danach gründlich zu lüften.

Vorbeugung – Tipp #4: Finde die optimale Gießmenge

Wenn die Topferde schnell abtrocknet, können Schimmelpilze keine Pilzparty schmeißen. Sie mögen es nicht, wenn sie auf dem Trockenen sitzen. Je kälter es ist und je weniger Licht deiner Zimmerpflanze zur Verfügung steht, desto weniger musst du sie gießen. Im Herbst und Winter, wenn die Tage kurz und die Lichtintensität gering ist, solltest du nur sehr sparsam gießen. Wir empfehlen dir zudem, dass du die Erde zwischen den Wassergaben abtrocknen lässt.

Wenn du Schwierigkeiten hast, den optimalen Gießzeitpunkt zu finden, kann dir unser Hydrometer helfen! Weitere hilfreiche Tipps findest du hier: „Wie gieße ich meine Zimmerpflanzen richtig?“.

Vorbeugung – Tipp #5: Gieße von unten

Wir wissen bereits, dass weiter unten im Topf sehr viel weniger Schimmelpilze am Start sind als an der Oberfläche. Deswegen – und um die Erdoberfläche grundsätzlich trockener zu halten, empfehlen wir dir das Gießen von unten, also z.B. über einen Untersetzer oder indem du das Wasser in den Übertopf gießt. So bleibt die stärker von Schimmelpilzen besiedelte Oberfläche trockener und du hast die Pilzparty vermieden.

Vorbeugung – Tipp #6: Lockere die Erdoberfläche auf

Es kann hilfreich sein, wenn du mit einem Schaschlik-Spieß oder einer Gabel sachte die Erdoberfläche auflockerst. Dadurch durchtrennst du einige feine Pilzfäden, die sich im oberen Bereich der Erde aufhalten und sorgst zudem für eine bessere Durchlüftung.

Vorbeugung – Tipp #7: Verwende Mykorrhiza

Wir empfehlen dir, Mykorrhiza-Pilze in die Topferde deiner Pflanzenfreunde zu geben. Die Mykorrhiza-Pilze helfen gegen Schimmelpilze, indem sie mit diesen um Nährstoffe und Raum konkurrieren, die Bodenstruktur verbessern und die Pflanzenabwehr fördern. Das Beimpfen der Erde mit Mykorrhiza ist ganz einfach und hat noch zahlreiche weitere Vorteile für deine Pflanzen-Buddys! Hier erfährst du alles, was du brauchst: „Mykorrhiza macht deine Pflanze stark!“.

Vorbeugung und Bekämpfung – Tipp #8: Besprühe die Erdoberfläche

Nach dem Abtragen der obersten Erdschicht kannst du die Erde besprühen, bevor du die obersten Zentimeter des Topfs wieder mit frischer Erde auffüllst. Das ist jedoch kein Muss, denn die Pilzfäden des Schimmels müssen nicht vollständig bekämpft werden. In der Regel reicht es aus, wenn du die Gießmenge nach dem Ablöffeln reduzierst. Dennoch kann das Sprühen mancher Mittel hilfreich sein. Doch womit sollte man sprühen und womit besser nicht? Das klären wir jetzt.

Backpulver oder Essig? Nein!

Du solltest auf keinen Fall Backpulver oder Essig auf die Substratoberfläche streuen bzw. sprühen. Backpulver hat einen hohen pH, ist also basisch und Essig hat einen sehr niedrigen pH, d.h. er ist sehr sauer. Die Pflanzenwurzeln bevorzugen hingegen einen leicht sauren pH. Essig würde den pH zu weit absenken und Backpulver würde ihn zu sehr anheben. Beides könnte zu Schäden an deiner Pflanze führen.

Teebaumöl? Ja!

Das ätherische Öl der Teebaumblätter (Melaleuca alternifolia) kann Schimmelpilze hemmen und abtöten. Du kannst also einige wenige Tropfen des Teebaumöls in eine Sprühflasche mit Wasser geben, gut schütteln und danach die Substratoberfläche damit einsprühen. Schon eine sehr geringe Konzentration reicht aus, um die Schimmelpilze wirksam zu bekämpfen.

Zimt? Wir klären auf!

Online wird immer wieder wild darüber diskutiert, ob das Streuen von Zimt wirklich gegen Schimmelpilze hilft. Deswegen haben wir mal recherchiert.

Es stimmt, dass in Zimt Stoffe enthalten sind, die eine Wirkung gegen Pilze haben. Der Hauptwirkstoff gegen Pilze ist Zimtaldehyd. In geringerer Konzentration ist noch Eugenol enthalten, das ebenfalls eine fungizide Wirkung hat.

Heißt das jetzt, dass ich Zimt streuen sollte, wenn ich Schimmel bekämpfen will? Leider nein. Denn das Streuen von Zimtpulver (egal ob Ceylon- oder Cassia-Zimt) erzielt kaum eine Wirkung. Das liegt daran, dass die Konzentration des fungiziden Zimtaldehyds in Zimtpulver zu niedrig ist, um eine deutliche Wirkung gegen die Schimmelpilze zu erzielen. Also spar dir dein Zimtpulver lieber für dein Essen auf.

Was hingegen gut gegen Schimmelpilze hilft ist Zimtöl! Dieses hat (je nach Konzentration des Zimtaldehyds im Zimtpulver) sage und schreibe 5- bis 600-mal mehr Zimtaldehyd als Zimtpulver. Die Wirksamkeit von Zimtöl gegen Schimmelpilze ist wissenschaftlich belegt. Dieses kannst du also leicht mit Wasser verdünnt auf die Substratoberfläche sprühen. Schön, dass wir das geklärt haben.

Fazit: Zimtpulver? Nein! Zimtöl? Ja!

Wasserstoffperoxid? Nur für Profis!

Du kannst Wasserstoffperoxid in einer Konzentration von 4-6 % auf die Substratoberfläche sprühen. Dadurch werden die Schimmelpilze effektiv gehemmt. Das ist allerdings nicht unsere erste Wahl, da es bei nicht sachgemäßer Anwendung zu Problemen führen kann. Trage immer Handschuhe und eine (Schutz)-Brille, um den direkten Kontakt zu vermeiden. Achte darauf, dass die Blätter nicht besprüht werden. Informiere dich vor der Anwendung gut über das Mittel.

Schimmel-Alarm im Erdsack!

Du machst dich bereit für deine Pflanzaktion, öffnest den Sack und zack – Schimmel! Aber keine Panik: Besonders bei torffreien Erden ist es völlig normal, dass Pilze durch die enthaltenen Torfersatzstoffe gut wachsen können, v.a. bei feucht-warmen Lagerbedingungen.

Mische einfach die Erde gut durch, denn so werden die Pilzfäden zerkleinert. Dadurch und weil sich der Schimmelpilz nach dem Öffnen der Verpackung und dem Verwenden der Erde nicht mehr so wohl fühlt, wird er sich höchstwahrscheinlich nicht mehr zeigen.

Wenn allerdings der ganze Sack befallen ist, war er vielleicht schlecht gelagert – dann besser entsorgen. Unser Tipp: (Offene) Erdsäcke immer kühl, dunkel und trocken aufbewahren, damit Schimmel gar nicht erst eine Chance hat!

Schimmel an Tontöpfen

Leider können auch Tontöpfe schimmeln. Es bildet sich dann ein weicher Flaum an der Außenseite der Tontöpfe. Verwende bitte aufgrund des zu niedrigen pH-Werts keinen Essig, um den Schimmelrasen zu entfernen, denn der Tontopf ist durchlässig.

Erfahrungsgemäß ist der Schimmel in Tontöpfen etwas schwieriger zu entfernen als auf der Blumenerde, weswegen das bloße Abwischen mit einem feuchten Papiertuch wenig wirksam ist und nahezu täglich wiederholt werden müsste.

Wir empfehlen dir die oben genannten Mittel, also eine Teebaumöl- oder Zimtöl-Wasser-Mischung, ein Fungizid oder Wasserstoffperoxid, um die Tontöpfe schimmelfrei zu bekommen.

Fazit: Du hast nun gelernt, dass Schimmel nicht gleich Schimmel ist und dass es Arten gibt, die gut, neutral oder schlecht für deine Pflanzen-Buddys sind. Du weißt nun, dass das oberflächliche Abtragen der verschimmelten Erde und das anschließende Reduzieren der Gießmenge in den meisten Fällen ausreicht, um dem nervigen Schimmel den Garaus zu machen. Achte vorbeugend darauf, hochwertige, lockere Erde zu verwenden und das Gießen an die Lichtverhältnisse anzupassen, die deiner Zimmerpflanze je nach Jahreszeit zur Verfügung steht. So klappts garantiert!

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Autor: Aspasia

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Aspasia ist nicht nur gelernte Zierpflanzengärtnerin, sondern ein echter Pflanzenfreak mit Leib und Seele. Mit mehr als 150 Zimmerpflanzen hat sie das wohl grünste Zuhause von uns allen – Urban Jungle wäre hier fast untertrieben! Nach ihrer Ausbildung hat sie noch einen Bachelor in Gartenbau draufgepackt und tüftelt aktuell an ihrem Master in Speziellen Pflanzen- und Gartenbauwissenschaften. Wenn sie sich nicht gerade durch wissenschaftliche Studien wühlt oder ihre Monstera verhätschelt, tippt sie fleißig Blogbeiträge für euch. Kurz gesagt: Ohne Aspasia – unsere Bloggerfee mit Pflanzen-Power – wäre unser Content nur halb so blumig!